Was für ein Derby, was für ein Krimi! Der TSV 1880 Wasserburg hat das Oberbayern-Derby gegen TS Jahn München in der 2. DBBL Süd mit 65:64 für sich entschieden und damit nicht nur zwei wichtige Punkte eingefahren, sondern auch erfolgreich Revanche genommen. Rund einen Monat nach der Niederlage im Pokal gegen die Münchnerinnen konnten die Wasserburgerinnen diesmal den Spieß umdrehen und sich vor heimischem Publikum durchsetzen. Mit dem knappen Erfolg klettert das Team zudem auf den siebten Tabellenplatz. Erfreulich zudem, dass auch Lara Lieckfeld endlich ins Spielgeschehen eingreifen konnte.
Von Beginn an war zu spüren, dass in dieser Begegnung einiges auf dem Spiel stand. Beide Mannschaften gingen hoch konzentriert in die Partie und schenkten sich nichts. Im ersten Viertel entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes Duell, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Die Münchnerinnen erwischten zunächst den besseren Start und konnten sich zwischenzeitlich mit 11:5 ihre höchste Führung des gesamten Spiels erspielen. Wasserburg ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und kämpfte sich zurück. Insgesamt elf Führungswechsel sollten im Laufe der Partie zeigen, wie eng es zwischen den beiden oberbayerischen Rivalen zuging. So ging es mit einem leistungsgerechten 19:19 in die erste Viertelpause. Ein erster Vorgeschmack darauf, wie umkämpft dieses Derby noch werden sollte.
Auch im zweiten Spielabschnitt blieb das Bild unverändert. Wasserburg versuchte, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten, doch TS Jahn München hielt dagegen und ließ die Gastgeberinnen nicht davonziehen. Es war weiterhin ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen konnten. Die Innstädterinnen behielten jedoch die Nerven und entschieden das zweite Viertel knapp mit 17:16 für sich. Damit ging Wasserburg mit einer hauchdünnen 36:35-Führung in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel knüpften beide Teams nahtlos an die intensive erste Hälfte an. Das Derby blieb eng, die Führung wechselte immer wieder, und keine Mannschaft konnte sich entscheidend Luft verschaffen. Gerade in dieser Phase war Geduld gefragt, denn jeder erfolgreiche Angriff musste hart erarbeitet werden. Wasserburg gelang es, den knappen Vorsprung zu verteidigen und auch das dritte Viertel mit 16:15 für sich zu entscheiden. Vor den letzten zehn Minuten stand es somit 52:50 für die Gastgeberinnen. Die Ausgangslage für einen spannenden Schlussabschnitt war perfekt.
Und dieser sollte es tatsächlich in sich haben. Im vierten Viertel schien Wasserburg zunächst die entscheidende Antwort gefunden zu haben: Die Gastgeberinnen bauten ihren Vorsprung auf 64:57 aus und lagen damit sieben Punkte vorne – die höchste Führung der gesamten Partie. Doch München gab sich noch lange nicht geschlagen und warf in den letzten Minuten alles in die Waagschale. Die Gäste kämpften um jeden Ball und machten es den Wasserburgerinnen bis zum Schluss schwer. 40 Sekunden vor Schluss glich München zum 64:64 aus. Danach konnten beide Teams nicht punkten, bis Abby Ray drei Sekunden vor Schluss gefoult wurde und an die Linie ging. Sie verwandelte den ersten von beiden Freiwürfen, München hatte nochmal den Ball, konnte aber keinen Wurf mehr kreieren, die Sirene Erklang – 65:64-Sieg für Wasserburg vor einer lautstarken Kulisse. Die zwei Punkte bleiben somit in Wasserburg.
Kommendes Wochenende sind die Wasserburger Basketball Damen (3 Siege, 2 Niederlagen) am Samstag auswärts in Bamberg gefragt. Beim derzeitigen Tabellenführer (4 Siege, 1 Niederlage) wollen sie ihre Siegesserie weiter ausbauen und so den Anschluss an die oberen Tabellenplätze anvisieren. Keine leichte Aufgabe jedoch. Los geht es am Samstag, den 07.11.2026 um 18:00 Uhr in Bamberg.
Es spielten: Migena Kqiku, Lara Lieckfeld (1 Punkt), Mikayla McFarlane (11 Punkte, 6 Rebounds, 3 Assists, 2 Steals), Andjela Pavicevic (13 Punkte, 5 Rebounds, 4 Assists), Abby Ray (15 Punkte, 9 Rebounds, 4 Assists, 2 Steals), Manu Scholzgart (8 Punkte, 5 Rebounds, 3 Assists), Franzi Schulz (8 Punkte, 3 Rebounds, 3 Steals), Ajla Smajlovic und Patricia Walz (9 Punkte, 3 Rebounds).





